Handwerk

Handwerk oder Von wegen Genie!

Blogreihe Über’s Schreiben

Schreiben ist Handarbeit. Jeden Text schreibe ich handschriftlich vor. Und was man sehen kann ist dies: Worte machen Mühe und sie stehen keineswegs von der ersten ungeschliffenen Fassung bis zur Reinschrift immer regelmäßig und hübsch auf dem Papier, wie sie es tun, wenn ich sie direkt auf den Bildschirm tippe. Ich muss krakeln.  Für mich fühlt sich das wie ein Betrug an, wenn der Text so tut, als wäre es schon fertig geschrieben.

Die erste Fassung, im wahrsten Sinne die Urschrift sieht aus, als hätte ich mit dem linken Fuß versucht auf Rinde zu schreiben. Es ist ein grauenvolles Schriftbild, gerade mal für mich lesbar. Allerdings darf nicht zu viel Zeit zwischen der ersten und der zweiten Fassung vergehen, sonst kann ich sie auch nicht mehr entziffern.

Aber so muss es sein: Die Buchstaben hemmungslos hingekritzelt; ein Bild des ungelenken, fantastischen Durcheinanders aus ungefeilten, grandiosen und misslungenen ersten Einfällen. Ich bin bei aller Mühe und allem Gekrakel glücklich dabei.

Veröffentlicht von

uwemetz

uwemetz

Geboren 1968 in Gießen, aufgewachsen in Wetzlar/ Lahn. Nach einer Buchhändlehre in Gießen studierte ich ev. Theologie in Oberursel und Erlangen. Ich arbeitete einige Jahre im Gemeindedienst und kehrte 2006 in meinen ursprünglichen Beruf zurück. Ich lebe mit meiner Frau in der Nähe von Stuttgart und bin heute in einem Verlag tätig.

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