Die unvergessliche Geschichte

Die unvergessliche Geschichte 

Blogreihe Über’s Schreiben

Schon seit langem suche ich die eine, unvergessliche Geschichte. Die Geschichte, in die ich mich vergesse und an die ich mich dann für immer erinnere. Wie die Widerstandskämpfer in Fahrenheit 451: Um Bücher vor der Vernichtung zu retten, lernten sie sie auswendig. Sie  legten ihre Namen ab und nannten sich stattdessen nach dem Buch, das sie in sich aufnahmen.

Meine Geschichte habe ich noch nicht gefunden. Ich wälze ungeduldig Buch um Buch, mit dem  Resultat, dass ich ein miserabler Leser geworden bin – missfällig, kleinlich und unwirsch.

Die eine, große Geschichte  – vielleicht ist dies nur eine romatische Idee? Tania Blixens Novelle ‚Der Dichter‘ erzählt von einem Schriftsteller, der ein einzigartiges Buch geschrieben hat und mit der Einsicht klar kommen muss, dass alles, was er jetzt noch schaffen, nicht an dieses Werk heranreichen wird. Es ist einzigartig, auch für ihn.

Geschichten sind souverän. Sie können gesucht und entdeckt, sie können hervorgebracht , aber nicht produziert werden. Das ist womöglich, auch wenn man dabei zum unerfüllten Leser und zum gebrochenen Leser wird, ihr großer Vorzug.

 

Veröffentlicht von

uwemetz

uwemetz

Geboren 1968 in Gießen, aufgewachsen in Wetzlar/ Lahn. Nach einer Buchhändlehre in Gießen studierte ich ev. Theologie in Oberursel und Erlangen. Ich arbeitete einige Jahre im Gemeindedienst und kehrte 2006 in meinen ursprünglichen Beruf zurück. Ich lebe mit meiner Frau in der Nähe von Stuttgart und bin heute in einem Verlag tätig.

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