Die schwierigsten Worte der Welt …

…  sind die Eigenschaftsworte. Verwendet man sie unpassend, klischeehaft oder im Überfluss, klingt es tollpatschig. So als glaubte der Erzähler seinen eigenen Worten nicht und muss deshalb extra dick auftragen. Aber weglassen kann man sie auch nicht. Denn richtig gesetzt, geben sie einem Text Pfiff.

Wenn ich schreibe, wimmelt es  in der ersten Fassung von Adjektiven,  von denen ich anschließend die meisten wieder aus dem Text herauskratze. Der Leser versteht den Sachverhalt ohne Beiwort. Das ist der Kniff: Zugleich die Warte des Lesers und des Erzählers einzunehmen, um zu entscheiden, ob ein Eigeschaftswort Sinn macht.

Die französische Schriftstellerin Marguerite Duras ging sehr zurückhaltend mit Adjektiven um. Sie reduzierte ihren Stil, wurde im Lauf ihres Schreibens immer schlichter und dadurch präzise. Ein beherrschter Stil zeichnet sich durch den Gebrauch weniger Adjektive aus ganz im Sinne Ezra Pounds: “Use no superfluous word, no adjective, which does not reveal something.”

Veröffentlicht von

uwemetz

uwemetz

Geboren 1968 in Gießen, aufgewachsen in Wetzlar/ Lahn. Nach einer Buchhändlehre in Gießen studierte ich ev. Theologie in Oberursel und Erlangen. Ich arbeitete einige Jahre im Gemeindedienst und kehrte 2006 in meinen ursprünglichen Beruf zurück. Ich lebe mit meiner Frau in der Nähe von Stuttgart und bin heute in einem Verlag tätig.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.